Hyaluronsäure

Etwa 50% aller Menschen ab dem 35. Lebensjahr leiden arthrotischen Veränderungen der Gelenke. In Deutschland sind mehr als 5 Mio. Menschen (6% der Bevölkerung) betroffen.

 

Zu den Ursachen der Arthrose zählen neben der steigenden Lebenserwartung und dem Übergewicht Risikofaktoren wie Unfälle, Gelenkfehlstellungen, Fehlbelastungen oder Überbelastungen. Auch genetische Faktoren können zu vorzeitigem Gelenkverschleiß führen.

 

Eine ursächliche Behandlung der degenerativen Gelenkveränderungen ist noch immer nicht möglich. Für eine medikamentöse Behandlung werden nicht Kortison-haltige Medikamente (Antirheumatika/Antiphlogistika), Schmerzmittel und in das Gelenk zu injizierende Kortison-Präparate eingesetzt.

 

Bei Patienten mit Arthrose ist die Qualität und die Menge der vom Körper gebildeten Gelenkflüssigkeit vermindert. Dies führt zu einer mangelhaften Schmierung und Stoßdämpfung der erkrankten Gelenke. In das Gelenk injizierte Hyaluronsäure verbessert die Qualität der Gelenkinnenhaut. Zusätzlich kann eine deutliche Schmerzlinderung erzielt und die Belastbarkeit des Gelenkes gesteigert werden.

 

Hyaluronsäure wird u.a. von Knorpelzellen und der Gelenkinnenhaut produziert und wirkt unter dem Einfluss von Scherkräften wie ein Schmiermittel. Im Knorpel sorgt das große, weit verzweigte Biomolekül für Flexibilität und Stabilität. In der Gelenkflüssigkeit funktioniert es wie ein Sieb, dass Entzündungszellen abfängt. Der fortschreitenden Erweichung, verbunden mit einer zunehmenden Rissbildung im Knorpel, wirkt die in das Gelenk injizierte Hyaluronsäure entgegen. Schmerzen werden vergleichbar gut gelindert, wie mit intraartikulär applizierten Kortisonen. Die Wirkung setzt zwar etwas langsamer ein, hält dafür aber deutlich länger an. Bei leichter bis mäßiger Arthrose hilft eine Therapie mit Hyaluronsäure erfahrungsgemäß für mindestens sechs Monate.

 

Hyaluronsäure kann auch alternativ zu Kortison-freien Tabletten eingesetzt werden, weil das Präparat besser verträglich ist und zudem die Gelenkbeweglichkeit positiv beeinflusst. Durch die verbesserten mechanischen und elastischen Eigenschaften des Knorpels kann es zu einem lang anhaltenden Therapie-Erfolg kommen.

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