Knieprothese

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Knorpelgewebes Wasser zu binden ab. Dadurch wird der Knorpel brüchiger und kann leichter Schaden nehmen.

Der Körper selbst kann den entstandenen Knorpeldefekt nicht reparieren, so dass in Folge ein zunehmender Kniegelenkverschleiß die so genannte  Gonarthrose entsteht.

 

 

Gelenkentzündungen wie sie bei rheumatischen Prozessen oder anderen entzündlichen Erkrankungen auftreten bewirken ebenfalls eine Knorpelschädigung und führen so zur Gonarthrose.

Auch bei vorangegangenen Operationen wie Meniskusentfernungen oder einem Ersatz des vorderen Kreuzbandes kann auf Grund einer veränderten Belastung und Beanspruchung des Knorpels mittel- und langfristig eine Arthrose des Kniegelenkes die Folge sein.

Im Anfangsstadium einer Gonarthrose können konservative Behandlungsstrategien zu einer deutlichen Beschwerdelinderung führen.

Hierzu zählen unter anderem

  • Behandlung mit Injektionen (Cortison, Hyaluronsäure)
  • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente
  • Krankengymnastik
  • Ultraschallbehandlung
  • Magnetfeldtherapie
  • Veränderung des Schuhwerkes, Pedographie
  • Änderung der Lebensgewohnheiten

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Abbauprozess des Gelenkknorpels zu verlangsamen oder zu stoppen, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und damit die Lebensqualität zu verbessern. Der bereits vorliegende Knorpelschaden selbst kann gegenwärtig durch keine Therapie wieder rückgängig gemacht werden. Lediglich Ersatzknorpelgewebe kann durch Microfrakturierung oder ACT (Autologe Knorpelzelltransplantation) geschaffen werden.

 

 

Sollten diese Maßnahmen keine ausreichende Beschwerdelinderung erzielen oder liegt ein fortgeschrittener Verschleiß des Kniegelenkes (Gonarthrose) vor, besteht die Indikation für das Einsetzen einer Kniegelenks-Total-Endoprothese (Knie-TEP).

 

 

Bei nur geringem Verschleiß des Kniegelenkes im Alter unter 50 Jahren wird jedoch zuerst überprüft, ob ein gelenkerhaltender Eingriff am Kniegelenk nicht Erfolg versprechend ist und ggf. die spätere Implantation einer Knie-TEP verhindern oder zumindest deutlich hinauszögern kann.

 

Bild Umstellung vorher nachher

Bei einem künstlichen Ersatz des Kniegelenkes stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Bei isoliertem fortgeschrittenem Knorpelschaden auf der Innen- oder Außenseite des Kniegelenkes kann eine so genannte Schlittenprothese indiziert sein. Hierbei wird nur ein Oberflächenersatz der geschädigten Seite durchgeführt.

 

 

In den meisten Fällen findet sich jedoch ein fortgeschrittener Knorpelschaden in beiden Kompartimenten des Kniegelenkes oder zusätzlich der Kniescheibe. Dann wird in der Regel ein kompletter Oberflächenersatz durchgeführt. Dazu wird der Knochen mit speziellen Schablonen und Sägeblöcken so präpariert, dass die Prothesenkomponenten optimal passen.

 

 

Bei der Verankerung unterscheidet zwischen teilzementierten Implantation und einer zementierten Implantation einer Knie-TEP. Bei guter Knochenqualität und Patienten unter 60 Jahren empfiehlt sich die Implantation einer teilzementierten Prothese, bei der lediglich die tibiale (auf dem Schienbein liegende) Komponente mit Knochenzement verankert wird.

Bei älteren Patienten mit geringerer Knochendichte ist die Implantation einer komplett zementierten Knie-TEP vorteilhaft.

Zur Beurteilung der Knochenqualität führen wir im Zweifelsfall vor der Implantation einer teilzementierten Knie-TEP eine Knochendichtemessung (DEXA-Messung) durch, um sicher zu gehen, dass diese stabil verankert werden kann.

Schematische Darstellungen mit freundlicher Genehmigung der Firma Zimmer Germany.

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